21 wilde Jahre – Ein Musical in 21 Bildern

Premiere
27./28.
Mai 2023

Wild & Frei
Der Schinderhannes

Ein Musical in 21 Bildern

Im Rahmen der Förderung Kultursommer Rheinland-Pfalz 2023

Hochverehrtes Publikum

Der Schinderhannes – zwischen Koblenz, Trier und Mainz war er unterwegs und genau dort, wird auch seine Geschichte aufgeführt. Verpackt als Musical und ausgestattet mit modernster Sound- und Lichttechnik. Eine bühnenbreite Videowand spielt mit: als bildreiche Kulisse, aber auch mit Filmsequenzen, synchron zur Musik auf der Bühne.

Die Crackers als Band zusammen mit den ebenfalls aus diesem Spielgebiet kommenden SolistInnen, präsentieren dieses „Historical“ – ein rockiges Singspiel mit knallhartem Rhythmus, Brettgitarren und vorlautem Gesang in deutscher Sprache, gerne auch mit herzhaftem Dialekt.

Erzählt wird aus dem Leben der Menschen dieser Zeit: da gibt es Räubergeschichten, Liebesaffären, Klauereien und Saufgelage, Hoffnung & Heimatliebe und schließlich das furiose Finale. Alle für das Leben des Johannes Bückler relevanten Personen kommen auf die Bühne: Vater und Mutter, seine Geliebte Juliane Blasius, der französische Kommandant, die gierige Adlige, der Klerus, die Räuberkumpels und die Leute aus dem Volk – unter der Aufsicht von Erzengel Gabriel und Teufelchen Luzifer. Ein Spektakel, das seinesgleichen sucht.

Seid gespannt!

Let’s play a song!

Wenn ihr einmal reinhören wollt, wie es sich beim Schinderhannes auf der Bühne anhört:

Wild & Frei (4:26)

Story zum Song

Unsere SpielerInnen kommen auf die Bühne und stellen kurz die verschiedenen Charaktere des Musicals vor! Gemeinsam gibt es den Chorgesang „Wild & Frei“ und dazwischen kommen alle zu Wort und verraten ein wenig über ihre Rolle.

Räuberbraut (3:08)

Story zum Song

Wild, frei, schön und stark – so stellt sich Julchen den Räuber Schinderhannes vor, den sie aus Liedern und Erzählungen kennt. Ungestüm und voller Erwartungen macht sich die junge Frau auf den Weg zur Bande und hofft, dort ihr Glück und auch die Liebe zu finden. Ihre Schwester ging übrigens auch begeistert mit ihr mit.

In drei Teufelsnamen (3:55)

Story zum Song

Luzifer stellt sich vor. Seit Anbeginn aller Zeiten ist er da. Er kennt unsere Geschichte und auch unsere Zukunft. Und er übernimmt die Rolle des Bösen in der Welt, die wir Menschen so ungern selbst verantworten möchten. Doch allzu bereitwillig lässt der Mensch sich verführen und entscheidet sich für den bequemen Weg und zu seinen Gunsten. Schuld ist immer das ewig Böse aus einer anderen Zeit und Welt. Luzifer belächelt diese Tugend und hält den Menschen den Spiegel hin, in den sie hineinschauen sollten, wenn nach der Ursache des Übels gesucht wird.

Spießgesellen (3:26)

Story zum Song

Beschlossene Sache: Hannes wird Räuber, weil die soziale und ökonomische Situation im Land wegen der Besetzung durch die Franzosen und die Ausbeutung durch Adel und Klerus ihm und auch seinen Leidensgenossen keine andere Wahl lässt.

Der Schmetterling (3:51)

Story zum Song

Hannes sitzt am Waldrand und sinniert über den Freiheitsbegriff. Ein Attribut, das ihm quasi seit Beginn seiner Räuberlaufbahn nicht mehr zur Verfügung steht. Das Thema findet sich mehrfach in der Partitur der Aufführung wieder.

Derselbe Mond (4:52)

Story zum Song

Julchen und Hannes sind getrennt: Julia versteckt sich im Unterschlupf bei Familie Seibel im Rechtsrheinischen, Hannes ist eingesperrt im Schuldturm zu Simmern. Beide betrachten durch das Fenster einen vollen Mond am Firmament und haben Sehnsucht nacheinander. Liebesduett mit close-harmony-effect.

Einer von uns Zwei (3:25)

Story zum Song

Julchen hat nach des Schinderhannes Tod im Gefängnis den gemeinsamen Sohn geboren. Der Gesang der Mutter, die ihrem kleinen Kind die besten Wünsche in die Zukunft auf den Weg singt. Denn: Das Leben, es geht weiter!

Der Franzos‘ (3:22)

Story zum Song

Der Chef der französischen Besatzungstruppen erläutert den einfachen Menschen auf dem Land die Prinzipien der Revolution und des modernen Menschseins unter der Ägide Napoleons. Die Revolution kommt, alles wird besser – Halt nur noch nicht heut‘ …

Die Schinderhannes-Bande

Die Band

… und die Bande

Es war einmal . . .

Zwischen Koblenz, Trier und Mainz

Genau hier, in diesem waldreichen und menschenarmen Mittelgebirge zum beginnenden 19. Jahrhundert zwischen Koblenz im Norden, Saarbrücken und Trier im Westen, Pirmasens und dem Wasgau im Süden und Mainz und Hanau im Osten, da war er heftig unterwegs – der Schinderhannes. Und genau von dort kommen auch die Mitwirkenden dieses „Historicals“ – einem rockigen Singspiel mit Musik und Geschichten aus dem wahnsinnigen Treiben, das man „Alltag“ nennt. Angeführt von der Musik der ebenfalls genau in diesem geografischen Spielgebiet weltberühmten Kapelle DIE CRACKERS spielen die Solistinnen und Solisten unserer Show exakt in ihrer Heimat:

Dem Herzen von Rheinland-Pfalz und in den kleinen Gemarkungen direkt über dem Rhein in den hessischen Grenzlanden.

Die Geschichte

Die Geschichte ist bekannt: Einer benimmt sich ordentlich daneben, beklaut und beraubt und haut feste um sich, kommt in Arrest und bricht wieder aus, sammelt wieder Minuspunkte auf dem Karma-Konto, wird erneut einge­fangen und dann nach Prozess und Kriegsrecht durch die Franzosen in Mainz mitsamt 19 Kumpanen unter der Guillotine geköpft. Soweit so gut.

Oder auch nicht? Wir haben die Geschichte neu geschrieben. Nicht die historischen Fakten, die sind unwiderlegbar. Aber die Zusammenhänge sind es. Wie waren denn die Chancen für Menschen in niederen Ständen speziell im Hunsrück und im Taunus am Ende des 18. Jahrhunderts.

Ende 18. Jahrhundert – Keine leichte Zeit für die einfache Bevölkerung

In England blüht bereits die Industrie, große Teile Europas werden politisch und nach Gutdünken der Mächtigen umstrukturiert, Landflucht und Auswanderung beginnen, Unterdrückung manifestiert sich noch immer, und es sollte auch noch ein halbes Jahrhundert dauern, bis die Bauern durch die Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu Krediten kamen, die sie unabhängig von ihren Lehnsherren machten. Hier setzen wir an.

Was also faszinierte die Menschen damals und heute am Räuber Schinderhannes?

Wir glauben, es war der Wunsch der Menschen unabhängig zu sein, das wilde, ungehorsame Leben der Räuber und die eigene Sehnsucht nach Freiheit. Auch wenn das echte Räuberleben davon gehörig abwich und es auch meist kein gutes Ende nahm – die Sehnsucht und die Geschichten darüber sind lebendig geblieben.

Und wir haben den Namen für das Musical-Projekt entdeckt:

Johannes Bückler – Der Schinderhannes

Hannes, geboren 1779 in Miehlen (gestorben 1803) wird als junger Mann durch die Eskapaden seiner Familie recht entwurzelt durch die Gegend gewirbelt. Zurück im Hunsrück kommt er auf die schiefe Bahn: Zu verlockend erscheint der funkelnde Louis d’Or, für den er Branntwein kaufen sollte. Er vertrinkt ihn lieber mit Kumpels und wird dafür mit Stockschlägen bestraft. Also Startschuss für eine Karriere im Gesellschafts-BackStage und Undercover. Er wird Hauptmann einer Räuberbande, die über ein Jahrzehnt den Großraum zwischen Koblenz, Trier und Mainz dominiert.

In unserem Singspiel kommen alle für das Leben des Johannes Bückler relevanten Personen auf die Bühne: Vater und Mutter, seine Geliebte Juliane Blasius – das Julchen (mit ihr hatte er auch einen Sohn, es gibt also Nachkommen!), der französische Landeskommandant, die gierige und adlige Großgrundbesitzerin, der allgegenwärtige Klerus, die Räuberkumpels und die Leute aus dem Volk. Und weil es natürlich außer den handelnden Personen aus dem verrückten Leben, das man Alltag nennt, auch noch andere wirksame Kräfte gibt, haben wir diese auch zu Wort kommen lassen:

Gut & Böse – Die Stellvertreter auf Erden mischen ordentlich mit!

Aber nicht in Persona des Allmächtigen oder des Beelzebubs – nein – die Stellvertreter auf Erden sind’s, die unser Stück garnieren und zum Kräftemessen werden lassen.
Der Erzengel Gabriel und das Teufelchen Luzifer wetteifern um die Gunst der Stunde und beeinflussen die Taten der Protagonisten aufs Trefflichste.

Und es gibt noch einen: unseren Zeitenwandler

Denn nicht alles kann in den Songs und auf der Videowand erzählt werden kann. Die feinen, kleinen Details erfährt das Publikum von unserem erzählenden „Zeitenwandler“ – woher er kommt, wohin er geht, weiß keiner. So werden die Melodien, die Texte der Lieder und die Bilder auf der Videowand perfekt miteinander verwoben und die Geschichte wird lebendig. Die Geschichte des Schinderhannes und was wir heute noch immer an ihr schätzen.